TEAM IG HEIMATFORSCHUNG RHEINLAND-PFALZ


Erik Wieman

Als gebürtiger Niederländer (56) bin ich 1992 der Liebe wegen nach Deutschland gekommen und mittlerweile sind wir 32 Jahre verheiratet. Wir haben zwei Kinder. Ich arbeite bei BASF SE in Ludwigshafen, als Fachkraft für Schutz und Sicherheit. 

IG Heimatforschung Rheinland-Pfalz wurde am 27.02.2016 gegründet. Archäologie hat mich, fast genauso wie das Militär, immer fasziniert. Obwohl ich damals beruflich, ab dem 18. Lebensjahr, die Seite des Militärs (Korps Mariniers/RNLMC) vorgezogen habe, hat mein Interesse für die Archaeologie nie nachgelassen. Ich bin seit meiner Kindheit, seit ca. 1982 mit einer Metallsonde, auf der Suche nach Spuren aus der Vergangenheit. An Hobbys, neben Geschichte und Archäologie, mangelt es mir nicht. Aus meinem ehemaligen Beruf und Spezialisierungen beim Militär habe ich sozusagen mein(e) Hobby(s) gemacht. Ich laufe gerne und weit (Marathon und Distanzmärsche), bin Taucher (MSD) und Fallschirmspringer.

Pictures of my military past: RNLMC, W-Coy/45 Commando Royal Marines, UK-NL-Landing Force

Damals in den Niederlanden arbeitete ich schon mit Archäologen zusammen, denn ich bin der Meinung, die Suche mit einem Metallsuchgerät nach Artefakten aus der Vergangenheit kann man nur in Zusammenarbeit mit der Denkmalbehörde verantwortungsvoll ausüben. Über die Jahre habe ich Einiges gefunden. Von steinzeitlichen, bronzezeitlichen, keltischen, römischen, mittelalterlichen oder neuzeitlichen Funden auf dem europäischen Festland bis hinzu Bürgerkriegssrelikten auf dem US-amerikanischen Festland, als ich, während meiner Militärzeit, bei der niederländischen Botschaft in Washington D.C. (natürlich mit Metalldetektor im Gepäck) tätig war. Das Wichtigste finde ich das Suchen und Finden. Nicht das Behalten. Denn bestimmte Funde sind am besten in einem Museum aufgehoben oder müssen Wissenschaftlern überlassen werden. Es macht mir Spaß, mich mit Geschichte zu beschäftigen und es freut mich, wenn ich z.B. zu neuen Erkenntnissen etwas beitragen kann. Was mich am meisten interessiert, sind  die  Geschichten hinter den Funden. Das macht ein Fund erst "wertvoll, historisch wertvoll. Die enge Zusammenarbeit mit der Denkmalbehörde ist für die IG Heimatforschung eine der tragenden Säulen unserer Interessengemeinschaft. 

Bei Bodeneingriffen der IG wird jeder Schritt mit den zuständigen Archäologen, sonstigen Behörden und Eigentümern/Pächtern, etc. vorher abgestimmt. Alle Mitglieder der IG Heimatforschung, die mit Metallsonde forschen, sind ehrenamtliche Mitarbeiter der Denkmalbehörde (man muss also zuerst dort vorstellig werden), und es muss für das bestimmte Gebiet eine NFG/Nachforschungsgenehmigung vorliegen. Ohne Nachforschungsgenehmigung, die immer personenbezogen ist, wird nicht sondiert. 

Als die ersten Flugzeugteile aus dem 2. WK auftauchten und ich anfing, mich mit den Hintergründen der Abstürze zu befassen, kamen die Geschichten und Schicksale näher. Außerdem leben meist noch Verwandte der damals gefallenen Soldaten, die oft kaum etwas über das, was damals passiert ist wissen. Und wo. Obwohl der Fund z.B. von einer römischen Münze  gleichwertig faszinierend ist, kann man diese neuzeitlichen Flugzeugteile bzw. Absturzstellensuche oder Vermisstenforschung im allgemeinen auch mit aktuellen Schicksalen und Personen verbinden. Der Unterschied ist, man kann hier noch etwas für die Nachfahren tun.

Als ehemaliger Berufssoldat weiß ich, dass die Familien, Frauen, Kinder von umgekommenen Kameraden meistens alles wissen wollen über das, was in den letzten Minuten ihres (gewaltsam) verstorbenen Familienmitgliedes passiert ist. Das ist heute so und war im 2. WK und davor nicht anders. Da reicht es, wenn ein Kind ein kleines Stück Flugzeugaluminium von dem Flugzeug bekommt, mit dem sein Vater abgestürzt ist. Dieses kleine, für die meisten unscheinbare Stück Aluminium, hat für die Angehörigen einen großen „Wert“. Wenn ich nach über siebzig Jahren jemandem eine Freude  machen kann, indem ich eine Absturzstelle z.B von einem Vater finde (die Tochter eines getöteten Bombenschützen, 1943 abgestürzt, beschrieb es als ein „unerwartetes Weihnachtsgeschenk“, was die Bedeutung des Fundes zeigt), Informationen, gar persönliche Gegenstände überreichen kann, dann verfolge ich das aktiv bis ich fündig werde. Ich suche und finde eben gerne. Die aktive Verbindung von damals zu Nachfahren von heute motiviert noch zusätzlich. Außerdem hat man, da viele bereits im hohen Alter sind, oft nicht mehr viel Zeit. Viele Stellen, an  denen  wir heute  achtlos vorbei laufen, haben eine sehr interessante Geschichte. Und es stecken die verschiedensten Schicksale dahinter. Vergessene Schicksale, vergessene Menschen. Vergessen, bis wir die Stelle finden. 

Zeitzeugen, die es uns noch erzählen können, sterben aus. Schicksalhafte Stellen gehen so verloren. Das wollen wir ändern. Indem wir Zeitzeugen befragen, diese vergessenen Stellen suchen, die Schicksale und Namen bekannt machen und die Geschichte vor dem Vergessen bewahren, indem wir eine Plaquette oder ein Gedenkstein realisieren. Vor allem dort, wo Menschen gestorben sind. Eine Stelle für die Nachfahren, eine Stelle für zukünftige Generationen, eine Stelle gegen das Vergessen und eine Stelle zum Nachdenken.


Heiko Zech

 

Ich bin 49 Jahre alt und Berufssoldat bei der Deutschen Bundeswehr. Für mich ist es äußerst interessant, mich mit der Geschichte so tastbar zu beschäftigen, vergessene Stellen und Schicksale zu erforschen und zu klären, herauszufinden, wo verschollene Flugzeuge abgestürzt sind. Die Stellen zu finden, die sonst aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwinden werden oder längst verschwunden sind.  Außerdem zu erfahren, wie es dazu gekommen ist und was damals, aus geschichtlicher Perspektive, genau geschehen ist.  Aber noch wichtiger ist es, die Geschichte der Menschen dahinter zu klären, damit die Familien informiert werden und abschließen können. Den Familien sagen zu können, wo die Väter, Opas, Onkel verblieben sind und/oder was damals genau passiert ist. Das ist das, was wirklich zählt. Dies gemeinsam mit meinen Freunden hier im Team zu erforschen und Nachfahren helfen zu können, das tue ich nicht nur sehr gerne, es ist mir ein besonderes Anliegen. 


Richard Braun, Orts-/Luftkriegshistoriker (*01.09.1929 - †28.07.2019) 

 

Mein Name ist Richard Ferdinand Braun. Geboren wurde ich am 01.09.1929 in Ludwigshafen am Rhein. Seitdem wohne ich in Mundenheim. Ich war Exportleiter bei BASF SE. Ich bin ehrenamtliches Mitglied und Berater der Interessengemeinschaft Heimatforschung Rheinland-Pfalz.  

Schon früh wurde mein Interesse an der Fliegerei durch meinen Großvater, Ferdinand Hick, geweckt. Durch ihn war ich 1935 zum ersten Mal bei einem Rundflug vom Flugplatz Mannheim-Neuostheim in der Luft. Dieses Interesse setzte sich während des 2. Weltkriegs verstärkt fort, wobei meine Vorliebe den englischen und amerikanischen Maschinen galt (und noch heute Bestand hat). Als Folge davon war, dass ich mehrere Absturzstellen, besonders in unserem Raum, besuchte. 

Diese Kenntnisse helfen mir jetzt, Herrn Erik Wieman jene Stellen zu zeigen und zu erforschen. Einige davon habe ich selbst schon ausführlich und detailliert recherchiert und dokumentiert, wobei mir mein gutes Langzeitgedächtnis und meine guten Englischkenntnisse zu Gute kommen.

Herr Richard Braun ist am 28.07.2019 von uns gegangen. Er wurde 89 Jahre alt. Wir danken Herrn Braun für sein Wissen, sein Engagement, und vor allem für seinen Humor, den er bis zuletzt bewahrt hat. Ruhe in Frieden Richard! 


Christian Matthes

 

Als 42 jähriger aktiver Soldat der Bundeswehr hatte ich schon immer ein Faible für Vergangenes in jeglicher Form. Begonnen hat alles mit dem Geschichtsunterricht und dem regelmäßigen Besuch historischer Stätten. Die Faszination für Geschichte in unserem Raum hat mich bereits früh erfasst. Sei es römische Besiedlung in unserem Kreis über den pfälzischen Erbfolgekrieg bis hin zum 2ten Weltkrieg. Schicksale, Erfahrungen und wissenschaftliche Zusammenhänge sind für mich fundamentale Bestandteile von lebendiger Archäologie. Ich möchte meinen Beitrag in diesem wunderbaren Team leisten um Vergessenes wieder zu entdecken und Menschen zu helfen ungewisse Schicksale der Vergangenheit zu klären.


Tina Wollenschneider

 

Ich war 4 Jahre Zeitsoldatin bei der Bundeswehr und 2001 eine der ersten Frauen bei den Fallschirmjägern. Mittlerweile arbeite ich beim Werkschutz der BASF in Ludwigshafen, habe in diesem Bereich meinen Meister und Bachelor gemacht. In meiner Freizeit  bin ich bei der Reserve tätig (BW). Auf positive Weise „vorbelastet“ durch meinen Vater, ein pensionierter Lehrer für Geschichte, Gemeinschaftskunde und Deutsch, dazu Stadthistoriker, hat mich Geschichte in unserem Raum schon immer sehr interessiert und fasziniert. Von meinen Großvater, Günther Halm, der damals als jüngster Ritterkreuzträger des deutschen Afrika Korps unter Rommel ausgezeichnet wurde, hörte ich viele Geschichten über die prägende Zeit des 2. Weltkrieges.

 

Auch mir liegt es sehr am Herzen, Familien helfen zu können, den Verbleib ihrer Vorfahren aufzuklären, damit sie abschließen können.

 

Wenn man dann noch ungeklärte Schicksale klären, oder beispielsweise noch lebende Besatzungsmitglieder eines abgestürzten Flugzeuges oder Nachfahren ausfindig machen kann und ihnen zB. ein Andenken an diese Zeit überreichen und dazu umfangreich informieren kann, ist es natürlich umso schöner. Die Emotionen, die hier teilweise aufkommen, sind nicht zu beschreiben. „Geschichte zum Anfassen“, so kann man das treffend umschreiben. Unsere Tätigkeit dient auch dem guten Zweck, ein Stück Geschichte zurück zu bringen und für weitere Generationen zu erhalten. Mein Hobby Geocaching, dazu das Erkunden vergessener Orte und das Wissen über die örtliche Geschichte, möchte ich zu Hilfe nehmen, die Fundorte, deren Geschichte und die damit verbundenen Schicksale auch anderen zugänglich zu machen.


Ralph-Ingo Stumpf

 

Der ehemalige Luftwaffenoffizier unterstützt die IG mit seinem Privatflugzeug, um bei Befliegungen der vermutlichen Absturzstellen wichtige Informationen aus der Luft für die Begehungen am Boden zu sammeln. Des Weiteren unterstützt er die IG durch seine weitreichenden Kenntnisse als aktiver Pilot und in den Bereichen der Luftkriegslehre und Flugzeugtechnik. Seit mehreren Jahren ist er auch in ähnlicher Funktion als ehrenamtlicher Pilot bei den Archäologen des Reiss-Engelhorn-Museums in Mannheim tätig. Als passionierter Taucher (PADI-Divemaster) steht er der IG auch unter Wasser mit professionellem Rat und Tat zur Seite.


Helmut Schulte, Historiker

 

Als ehemaliger Berufssoldat ist mir das Thema von ungeklärten Kameradenschicksalen gleich welcher Uniform und Nationalität begegnet. Schon damals ließen mich diese Schicksale nicht los und für mich selbst stand fest, mich einmal der Aufklärung vermisster Soldaten zu widmen. Durch die IG Heimatforschung wird mir die Möglichkeit gegeben, dies nun aktiv mit Gleichgesinnten zu betreiben. Aufgrund meiner Erfahrungen während meiner Bundeswehrzeit, insbesondere der fachkundigen militärhistorischen Geländebegehungen im Hürtgenwald, möchte ich die Suche nach vermissten Soldaten dort unterstützen. Ziel hierbei ist es, den Hinterbliebenen eine Antwort auf das ungeklärte Schicksal eines geliebten Menschen zu geben.


Stefan Willms, Historiker

 

Dozent an der VHS Rur-Eifel

Zertifikat: Ausgebildeter Hürtgenwald-Guide
Verband: Mitglied im BVGD (Bundesverband der Gästeführer Deutschland e.V)
Vereinszugehörigkeit: Regio-Guides Nationalpark Eifel, Geschichtsverein Hürtgenwald e.V., Geschichtsverein Eschweiler e. V.
Führungen: Römerzeit im Hürtgenwald, Mittelalter im Hürtgenwald, 2. Weltkrieg im Hürtgenwald inkl. Historisch-Literarische-Wanderwege.

Seit nunmehr 20 Jahren erforsche ich die Geschichte meiner Heimat - dem Hürtgenwald von der Frühzeit bis zur Gegenwart. Einen Großteil der Arbeit macht dabei die Geschichte der  Schlacht im Hürtgenwald von Oktober 1944 bis Februar 1945 aus. In meiner Funktion als ortsansässiger "Historiker" unterstütze ich sowohl Studenten bei Geschichtsarbeiten, berate Geschichtsvereine aus der Umgebung, unterstütze Schriftsteller auf der ganzen Welt bei Arbeiten zum Thema Hürtgenwald und berate Regierungsstellen in Deutschland und den USA wenn es um die Klärung historischer Fragen zur Schlacht geht.   

 

Die Erforschung von Schicksalen vermisster Soldaten ist dabei ein großes und auch wichtiges Feld. Geht es doch darum, den Nachfahren der Soldaten auch 70 Jahre nach den Kämpfen Klarheit über den Verbleib ihrer Lieben zu bringen. Allein auf amerikanischer Seite gelten noch 201 Soldaten im Hürtgenwald als vermisst. Dem gegenüber stehen 171 Soldaten die auf diversen Soldatenfriedhöfen als unbekannte Soldaten bestattet sind. Man geht also heute davon aus, das noch 30 amerikanische Soldaten im Hürtgenwald geborgen werden müssen. Von deutscher Seite geht man von einer ähnlich hohen Zahl vermisster Soldaten aus. Damit möglich viele dieser Soldaten noch gefunden werden, arbeite ich aktiv mit der amerikanischen DPAA zusammen und bin deren Ansprechpartner im Hürtgenwald. 

Mit der IG Heimatforschung habe ich nun einen Partner gefunden, der mit seinen Aktivitäten auch über den üblichen Tellerrand hinaus-blickt und dadurch viele Ansätze im gesamten Kontext überblickt. Gerade was die Forschung im Bereich vermisster Flugzeugbesatzung-en angeht, hört die Forschung an den Grenzen unserer Bundesländer nicht auf. Genau wie der Himmel über uns, sollte auch unsere geschichtliche Arbeit keine Grenzen kennen.


Adrian Keller

 

Mein Name ist Adrian Keller, ich bin 28 Jahre alt und komme aus Germersheim. Beruflich bin ich haupt-amtlicher Rettungsassistent im Ludwigshafener Rettungsdienst. Ich war bereits in meiner Kindheit stark interessiert an Flugzeugen, einerseits der Technik, andererseits der Geschichte wegen. Besonders die Epoche des Zweiten Weltkriegs stand hierbei immer im Vordergrund, da mein Opa mütterlicherseits im NSFK der Hitlerjugend (Fliegerkorps, Rechtsnachfolger des DLV e. V., Deutscher Luftsportverband) aktiv war und mir sowohl Dokumente, als auch viele Geschichten aus der Zeit des Krieges hinterließ.  Neben der Deutschen besitze ich ebenfalls die Kanadische Staatsbürgerschaft und habe somit einen persönlichen Bezug zu beiden Konfliktparteien. Eine Aufarbeitung und das aktive miterleben wie aus ehemaligen Feinden nun Freunde  werden, steht dabei für mich im Mittelpunkt. An die IG geriet ich durch mein Ehrenamt als Sondengänger bei der GDKE in Speyer. Dort bin ich seit 2016 vertreten.


Markus Bode

 

Mein Name ist Markus Bode, ich bin 36 Jahre alt und wohne seit jeher in Waldsee. Nun schon seit fast 15 Jahren arbeite ich als IT Systemadministrator hier in der Region, wo ich mein Hobby zum Beruf machen konnte. Zu meinen Hobbys zählt neben meiner Familie, berufsbedingt auch die Neugier an technischen Dingen aller Art. Zudem bin ich seit der Schulzeit sehr an Geschichte, vor allem auch an der im Laufe der Zeit verwendeten Technik, interessiert. Es war für mich, um auch verborgene Dinge in der Erde finden zu können, ganz klar, der Geschichte mit einem Metalldetektor auf die Spur zu kommen. Somit nahm ich 2015 Kontakt auf mit der Landesarchäologie in Speyer und beantragte eine Nachforschungsgenehmigung (NFG) für Waldsee, die ich auch erhalten habe. Gerade das Gebiet von Waldsee ist durch seine sehr weit zurückreichende Geschichte der Besiede-

lung sehr interessant, allerdings wurden in den letzten Jahrzehnten immer mehr Flächen bebaut. Deshalb möchte ich nun meinen Betrag leisten, um die Geschichte für Waldsee zu erhalten. Über die Landesarchäologie, für die ich ehrenamtlich tätig bin, wurde mir Anfang 2017 der Kontakt zu Erik Wieman von der IG Heimatforschung vermittelt, der sich mit der Suche nach Absturzstellen von im 2. Weltkrieg abgestürzten Bombern beschäftigte. Gerade für Angehörige kann selbst nach so langer Zeit der Fund des genauen Absturzortes, ein Ende der Ungewissheit bedeuten und ihnen einen Ort zum Trauern geben. Vor allem, da teilweise nicht mit Sicherheit alle Mitglieder einer Besatzung, durch die jeweiligen Umstände des Absturzes, auf einem Friedhof ihre letzte Ruhestätte fanden. Daher war es für mich selbstverständlich, dieses Projekt zu unterstützen. Während der gemeinsamen Tätigkeiten lernte ich die Arbeit der IG Heimatforschung schätzen und freue mich zukünftig die IG Heimatforschung Rheinland-Pfalz als Mitglied im Team zu unterstützen. 


Martin Heinz

 

Mein Name ist Martin Heinz (29), ich bin über meinen BASF-Arbeitskollegen Erik Wieman auf die IG Heimatforschung Rheinland-Pfalz aufmerksam geworden. Da der Bruder meiner Großmutter im 2. Weltkrieg vermisst zurückgeblieben ist, hat mich die Arbeit der IG Heimatforschung sofort gepackt und interessiert.  Ich unterstütze Erik und die IG hauptsächlich im Hintergrund mit Logistiklösungen und Organisation. Durch meinen eigenen Betrieb, IFA Service Heinz, mit einem Fuhrpark an Nutzfahrzeugen kann ich mich um Transporte etc. kümmern und bei den Gedenkfeiern etc. organisatorische Aufgaben übernehmen. Den Familien und Angehörigen der gefallenen Soldaten die quälende Ungewissheit zu nehmen und deren Fragen beantworten zu können ist eine tolle Erfahrung. Die Dankbarkeit der Nachfahren sowie der verschiedenen Nationen gibt Kraft um diese Arbeit weiterzuführen.


John Charters

 

My name is John Charters. I was born in England and now live in Mathern, a small village in Wales, UK. I am a retired teacher, lecturer, Education Officer and Development Executive of a top ranking UK research led University. During WW2 my father was in the Royal Army Medical Corps in India, he had one brother in the Royal Artillery and another who was a Flight Lieutenant in the RAF, retiring in June 1961 retaining the rank of Squadron Leader.

 

I work closely with research colleague Colleen Carmichael in Canada, and sometimes with Gwen Connolly in Australia when she is not playing croquet. We identify the living relatives of crewmen of the crash sites being investigated. This often takes months of work fitting many pieces of information together, sometimes like a jigsaw puzzle, from a variety of sources in the public domain. We then try to make contact with the relatives. When we are successful, and they are interested, we, with their permission, pass their names and contact details to Erik Wieman. Erik keeps them up to date with progress and finally invites them to a memorial event.

 

It is greatly satisfying to us that so many relatives we have identified travel from far and wide to be at the event celebrating the lives of their family members who served so bravely in the Allied air forces.

 

 


Jaap Vermeer

 

Mein Name ist Jaap Vermeer, ich bin 59 Jahre jung, lebe in Nijkerk (NL) und bin, genau wie Erik, ein reinrassiger Niederländer :-)

Ich bin jetzt seit 35 Jahren mit meiner schönen Friesin Yfke verheiratet und zusammen haben wir einen Sohn, Hessel, und eine Tochter, Titia. Seit 2005 habe ich mein eigenes Unternehmen, das sich auf die Instandhaltung von Immobilien spezialisiert hat.

 

Schon als Kind interessierte ich mich für alles, was mit dem Krieg zu tun hatte. Im Alter von 12 Jahren machte ich eine Radtour und ein Cousin zeigte mir, wo ein Flugzeug abgestürzt war. Von diesem Moment an war ich völlig fasziniert von den Geschichten hinter diesen Flugzeugabstürzen. Darüber habe ich jetzt auch ein Buch geschrieben. 

 

Meine jahrelange Recherche führte 2010 schließlich zum Buch „From Dutch to Dutch“. Der Titel des Buches ist dem Namen eines alliierten Heckschützen entnommen, der in den Niederlanden zwischen Nijkerk und Bunschoten mit seinem Flugzeug abstürzte. Obwohl alle Besatzungsmitglieder den Absturz überlebten, war S/SGT Duthiel „Dutch“ Borcherding († 2013) zu diesem Zeitpunkt der einzige, der noch lebte.

 

In meinem Buch werden Teile von Dutchs Tagebuch, der Todesmarsch, den er als Kriegsgefangener machen musste, und der Luftkrieg um Nijkerk, Putten und Voorthuizen, der Widerstand und die Waffenabwürfe sowie SAS-Operationen in der Veluwegegend besprochen. Ich möchte absolute Gewissheit, bevor ich etwas aufschreibe. Ich nutze unter anderem Archive in Amerika, Kanada und England.

Ich habe zwei Kriegsgräber auf dem Friedhof Margraten adoptiert. Den Unterhalt und die Blumen finanziere ich aus den Erlösen von Vorträgen über den Luftkrieg. Mit meinen Vorträgen verstehe ich es offenbar, Menschen mit meinen wahren Geschichten zu begeistern. Seit 2012 arbeite ich mit der Königlich Niederländischen Marine an der Untersuchung des vermissten U-Bootes O-13.

 

Im Laufe der Jahre habe ich viele Besatzungsmitglieder und Familienangehörige verunglückter Besatzungsmitglieder zu Hause empfangen dürfen. Ich bin mittlerweile für viele eine Informationsquelle geworden. Außerdem arbeite ich mit den deutschen Forschern Dirk Hartmann aus Hannover (Absturzstellenforscher beim Landesamt für Denkmalpflege Niedersachsen) und Oberstleutnant Karl-Heinz Heinecke zusammen.  

Für meine Arbeit erhielt ich 2011 eine königliche Auszeichnung. Ich hoffe, dies noch viele Jahre lang tun zu können.


Dr. Michael Wenzel

 

Mein Name ist Michael Wenzel und ich bin Jahrgang 1978. Aufgewachsen bin ich im Oberlausitzer Bergland und Geschichte zählte schon zu Schulzeiten zu meinen Lieblingsfächern. Nach dem Studium der Ernährungswissenschaften mit anschließender Promotion im Bereich der Lebensmitteltechnologie arbeite ich seit 2010 im Verbraucherschutz und bin seit 2013 in der VG Lambrecht wohnhaft.

 

Zwei meiner Großeltern stammen aus Oberschlesien bzw. Ostpreußen und beide haben –seit ich denken kann – immer wieder von der damaligen Vertreibung, dem Verlust der Heimat, irrwitzigen & traurigen Anekdoten und dem letztendlichen Ankommen in der neuen Heimat in Sachsen erzählt. Neben viel Einsatz und Schweiß war es v.a. die gegenseitige Hilfe innerhalb der Familie, unter Freunden, aber auch von Fremden, die den Neustart letztendlich ermöglicht hat. 

 

Seit 2016 bin ich ehrenamtlicher Sondengänger der GDKE Speyer und neben dem Abschalten vom Alltag bei diesem wunderschönen und erfüllenden Hobby ist es mir eine große Ehre, dem Team der IG Heimatforschung helfen zu dürfen, weil es schlichtweg eine gute Sache ist, ungeklärte Schicksale zu lösen und das völlig losgelöst von der Nationalität der Betroffenen.