Absturzstelle Ludwigshafen-Rheingönheim

Stirling EE872, 149 Sqn. Royal Air Force

05./06. Sept. 1943



Am 5. September 1943 um 19:36 Uhr startete der Stirling Bomber EE872 der 149. Staffel der RAF (Royal Air Force) vom Flugplatz Lakenheath in Großbritannien mit dem Auftrag, die Städte Ludwigshafen und Mannheim zu bombardieren. Die 149. Staffel sollte in dieser Nacht drei Flugzeuge verlieren. In der gleichen Nacht verloren andere Staffeln beim gleichen Angriff auf Ludwigshafen und Mannheim ebenfalls mehrere Flugzeuge durch Nachtjäger und Flak. Für die Alliierten war dieser Angriff ein großer Erfolg. In den beiden Städten  ereignete sich eine Katastrophe. Es handelte sich in Ludwigshafen und Mannheim um den verheerendsten Angriff des gesamten Krieges. Aber auch die Alliierten hatten schwere Verluste. 34 Flugzeuge wurden abgeschossen, 174 Mann fanden den Tod. 



Stirling EE872 wurde gegen 00:15 Uhr vermutlich von einem Nachtjäger sowie Flak getroffen. Nachtjägerpilot Lt. Höppner sowie die Flak Positionen der 1.-4./491, 1./492, 1./278, 1.-3./908, 1.- 4/300 (Abteilungen Flakregiment 49) verbuchten den Abschuss eines Stirling Bombers bei Rheingönheim für sich. Letztendlich wurde nur der Flakbeschuss eindeutig bestätigt. Eine nahe an der Absturzstelle des Bombers gelegene Flakstellung bei Maudach bestätigte die og. Uhrzeit.



Die Besatzung des Bombers bestand aus einem gemischten Team aus verschiedenen Commonwealth-Staaten: Andrew Brown (Pilot) aus Großbritannien, Alex Holms (Navigator) aus Neuseeland, Adrian Douglas (Funker/MG-Schütze) aus Neuseeland, David Badcock (Bombenschütze) aus Neuseeland, Doug Guest (Flugingeieur) aus Großbritannien, Henry Saunders (MG-Schütze) aus Großbritannien und Harry Barnard (MG-Schütze), ebenfalls aus Großbritannien. Der einzige Überlebende des Absturzes war der Heckschütze Harry Barnard, der dem Rest der Besatzung als "Barney" bekannt war. Alle anderen Insassen kamen bei dem Absturz, in einen Acker bei Ludwigshafen-Rheingönheim, ums Leben. Harry Barnard sollte den Rest des Krieges als Kriegsgefangener überleben. Er verstarb in den 70er Jahren.


From the left: Andrew Brown (Pilot), KIA, Harry Barnard (Air Gunner), POW , David Badcock (Bomb Aimer), KIA
From the left: Andrew Brown (Pilot), KIA, Harry Barnard (Air Gunner), POW , David Badcock (Bomb Aimer), KIA

Nur Doug Guest und Alex Holms wurden nach dem Absturz eindeutig identifiziert, als die Deutschen die Leichen am nächsten Tag bergen konnten. Alle geborgenen sterblichen Überreste der Besatzung liegen jetzt auf dem Alliierten Friedhof der CWGC (Commonwealth War Graves Commission) in Durnbach, Bayern.



Die IG Heimatforschung wurde in 2017, durch Hinweise eines Zeitzeugen, auf den Absturz in einen Acker nahe Ludwigshafen-Rheingönheim, aufmerksam. In der Vergangenheit waren bereits Wrackteile hochgepflügt worden. Diese sind in Besitz eines örtlichen Historikers. Die Teile wurden von uns gesichtet und anhand bestimmter Merkmale eindeutig als „englisch“ erkannt. Mittlerweile konnte bereits ein Nachfahre der Besatzung, des Piloten, kontaktiert werden.



Bei der Denkmalbehörde in Speyer, für die alle Mitglieder der Interessengemeinschaft/IG Heimatforschung RLP ehrenamtlich tätig sind, wurde eine Nachforschungsgenehmigung beantragt und der Grundstückseigentümer des in Frage kommenden Ackerlandes wurde ausfindig gemacht. Diese beide Stellen wurden von uns um Erlaubnis gebeten, den Acker begehen zu dürfen, die Stelle eindeutig bestimmen und evtl. noch vorhandene Teile bergen zu dürfen.



Eine erste Begehung der in Frage kommenden Fläche wurde bereits nach einer kurzen oberflächlichen Suche (ca. 1 Std.) erfolgreich abgeschlossen. Erste Flugzeugteile, die an der Oberfläche lagen und offensichtlich hochgepflügt wurden, wurden geborgen. Die Stelle des Absturzes, an der sechs Besatzungsmitglieder ums Leben kamen, war wiedergefunden.


In Bearbeitung/To be continued